Erfahrungsbericht Marius M.

Something to say about Marburg-Marseille…
Zu aller erst sei an dieser Stelle nicht zum ersten und auch nicht zum letzten Mal allen Sponsoren für ihre Großzügigkeit, allen Teilnehmern für ihre tatkräftige Unterstützung, allen Besuchern für ihre Teilnahme und Jenny, Sylvana und Sascha für ihre abstruse Idee gedankt. Mir persönlich war es eine Ehre an dieser Tour teilnehmen zu dürfen und es beeindruckte mich, wie viele Menschen ihr Geld, ihre Zeit, ihre Tat- und Willenskraft für diese Tour spendeten und uns unterstützten. Danke!
15. August Marburg, Hessen.
Nach dem ersten Beschnuppern am Vorabend und den ersten Begegnungen mit Kameramenschen, kam es nun zu dem lange erhofften und ewig herbeigesehnten Start unserer Tour nach Marseille. Das erste Ziel vor Augen starteten wir auf zu unserem Etappenziel Friedberg. Die Sonne schien, die Stimmung war gut, jedoch drückte mir der Gedanke bald erneut vor Martins Grab zu stehen etwas aufs Gemüt. Oft sollte ich während der Fahrt noch an ihn denken müssen, was er uns für schöne Stunden bescheret hätte und wie viel Spaß auch er gehabt hätte jedoch war es ihm leider nicht vergönnt. Es war ein ergreifender Moment ihm die Gedenktafel zu „überreichen“. Familie Koßler sei auch noch einmal gedankt, die uns diesen Abend wunderbar verköstigte. Nicht zu vergessen ist an dieser Stelle noch die wunderbare Feuershow.
Weiter fuhren wir nach Frankfurt, daraufhin nach Offenbach. Sehr zu bedauern war, dass Sascha uns hier leider für 2 Tage verlassen musste. Filmaufnahmen ohne ihn waren einfach nicht die Bilder, die es eigentlich sein sollten. Staatskanzlei Mainz, ein Glück hatte fast ganz Mainz kein Wasser und keinen Strom. Kameraüberwachtes und polizeigeschütztes Schlafen, mit Wecken durch die Mainzer Stadtreinigung. Einfach nur Super, ebenso wie der Geschirrspüler, der uns den Abend vor dem Abwasch rettete. Auch der großzügige Empfang von Herrn Beck mit Probefahrt im Rollye zählt definitiv zu den Highlights der Tour. Vom achso tollen Rhein weiter nach Heidelberg ins wunderschöne Heidelberger Freibad mit einem supertollen Empfang, welcher nur noch durch das private Schwimmvergnügen inklusive Sprungturm und Wasserrutsche übertroffen wurde. Was hatten wir doch auf der Tour für ein Glück mit dem Wetter wodurch wir uns trockenen Fußes auf den Weg zu den Neckarwiesen machen konnten. Es war ein schöner Blick über den Neckar, jedoch war weit und breit kein Grillplatz zu finden worauf wir umkehrten und die ein bis zwei (Pffff…) Kilometer eben noch schnell 40 Minuten zurück liefen um dann um 23 Uhr zu unserem wohlverdienten Essen kamen. Hockenheim wieder mit Sascha, der mit Zulal kam. Ein wunderschöner Tag auf der Strecke und hier vielen Dank, an alle, die dieses möglich gemacht haben.
Karlsruhe/Durlach zeigte uns eine Meisterleistung der Technik auf, eine Schranke, die sich mit einem Schlüssel öffnen ließ. Wer konnte das nur ahnen. Wobei es auch jemanden braucht, der gewillt ist dies zu tun. Es vermieste uns etwas unseren freien Tag in Karlsruhe, den ich lieber mit einem Rundgang durch die schöne Stadt verbracht hätte, anstatt erneut umzuziehen. Man sah wieder einmal, dass Planungen nicht immer so aufgehen, wie man es sich wünscht. Jedoch wären wir ohne diesen Vorfall nicht an die schönen Rheinterrassen gekommen. Vielen Dank auch für den Empfang im Rathaus, die Vorführung des Imagefilms und an alle Redner und Besucher, die sich für uns Zeit nahmen.
Einen herzlichen Dank an das überaus engagierte Team um OB Gerstner in Baden-Baden. Auf dem Weg nach Strasbourg stoß Tim zu uns. Unser Tourziel Frankreich war endlich erreicht. Es war ein schöner Tag mit Tim und sehr Schade, dass er uns in Strasbourg mit Hanna wieder verlassen musste. Dafür bekamen wir ja neues Personal, wie es so schön im Tagesbericht heißt. Mit ihnen standen uns weitere einzigartige Tage in Frankreich bevor. Eine überaus gastfreundliche Begrüßung bei Permobil. Leider mussten wir in Orange auch Luca und Adrian verabschieden, die uns die Tage tatkräftig unterstützten. Hier auch: Vielen Dank. Avignon, Salon, Aix und schlussendlich unser Etappenziel Marseille. Ein ergreifender Moment endlich nach den durchaus auch anstrengenden Tagen endlich an unserem Ziel angekommen zu sein. Das Meer - das Mittelmeer, die Stadt, der Hafen, wir alle zusammen, und mittendrin… Wir hatten es nun geschafft. Marburg-Marseille war ein Erfolg!!! Das Pflanzen unseres Baumes war für mich das abschließende Ereignis. Ein Baum! Für uns! Für das Team! Für Martin! Für Marburg-Marseilles! Für Integration! Für Gleichberechtigung und Teilhabe! Die Liste ließe sich noch weiter führen. Das vorherige erschütternde Gespräch mit Rollstuhlfahrern aus Marseille zeigte mir auf, wofür wir das Projekt gemacht haben. Es war heftig zu hören, dass die Behinderten genau diese Teilhabe am öffentlichen Leben nicht in dem Maße haben, in dem es nicht nur Jenny, Sylvana und Sascha vergönnt ist, sondern auch vielen weiteren Rollstuhlfahrern in Deutschland. Erzählungen von einem! behindertengerechten Kino, von rollstuhlungeeigneten Gehwegen, von verwährten Bildungsmöglichkeiten… nichts allzu Fremdes in Deutschland aber ein Grund wach zu rütteln. Kein Mensch sollte zusätzlich zu seiner Behinderung auch noch Steine in den Weg gelegt bekommen. Den alltäglichen Ablauf zu hören machte mich fast sprachlos. Morgens wurden sie aus dem Bett geholt, mit kurzer Hilfe im Haushalt. Daraufhin wurden sie in die Behindertenvereinigung gefahren, wo sie jeden ihrer Tage verbrachten, bevor sie abends wieder geholt wurden und ins Bett gebracht wurden. Selbstverständlich gibt es eine Möglichkeit raus zu kommen. Wenn man nur den Fahrdienst 15 Tage vorher bucht!
Es folgten noch Urlaubstage, nach diesem letzten Pflichttermin. Und es kam zu unserer aufregenden Heimreise. Alles in allem wären 15 Tage Pauschalurlaub einfacher und weniger anstrengend gewesen, jedoch hätte dieses nicht diese Fülle an Erlebnissen und Eindrücken mit sich gebracht wie dieser Urlaub. Am Ende sind natürlich auch noch die in diesem Bericht zu kurz gekommenen Personen der Tour zu erwähnen ohne die alles nicht möglich gewesen wäre. Vielen Dank an Peter, der uns öfter beehrte und uns nicht nur leckeres Essen sondern viele schöne, beruhigende Momente bescherte. Vielen Dank an Frank und Frank für euren Einsatz, eure Zeit, eure Anwesenheit, euren Aufwand und alles was ihr für die Tour getan habt. Vielen Dank und ein Lob an Andreas, für das hervorragende Absichern, viel Organisation, viel Mithilfe, viel Know-How und deinen Einsatz. Lutz, Kony, Hubert auch euch Vielen Dank für die Unterstützung, ebenso wie allen Radfahrern. Auch den Kameraleuten sei gesagt, dass es eine schöne Zeit mit euch war und dass ihr bitte einen schönen Film macht 
Jenny, Sylvana, Sascha euch danke ich besonders für eure Idee und für die schönen Tage die wir hatten. Ich wünsche euch auf eurem weiteren Weg alles Gute und wünsche euch, dass ihr in jeglichen Situation die Unterstützung bekommt die ihr braucht um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Ich werde jederzeit gerne wieder für euch da sein um euch zu unterstützen und einfach nur schöne Zeiten mit euch zu verbringen. Keep rollin….