14. Etape Salon de Provence- Marseille

Noch ca. 50Km und wir haben das große Ziel Marseille erreicht… Los gehts!

Um 11:30Uht starteten wir zu unserer letzten Touretappe nach Marseille. Die Sonne brannte auf unsere Körper, doch wir fuhren. Kurz nach dem Start kam schon die erste große Herausforderung für unsere Rollis und vor allem für unsere Radfahrer, wir hatten eine Bergetappe der Tour de France zu überqueren (von Salon de Provence nach Lancon), die Namen der Tour de Francefahrer standen noch auf dem Asphalt. Nachdem wir alle diesen Berg ohne größere Probleme überstanden haben, gingen wir in eine kleine Kneipe am Rande der Strecke und stärkten uns für die letzten Kilometer. Bei der weiterfahrt kamen wir an einem schönen See vorbei, an diesem machten wir dann einen etwas längeren Stop, um unsere Akkus wechseln zu lassen und Flüssigkkeit zu uns zu nehmen. Sascha kühlte seinen aufgrund der Hitze geschwollenen Fuß mit Eis und schützte ihn die gesamte Weiterfahrt mit einer Socke vor der Sonne.

Die Weiterfahrt gestaltete sich im Übrigen ebenso schwierig wie die Bergetappe- nur auf andere Weise. Am Flughafen “Magnan” vor Marseille mussten wir eine ca. 8km lange Strecke auf dem Seitenstreifen einer Schnellstraße zurücklegen. Andreas sperrte gekonnt die Beschleunigungsspur, um uns eine sichere Überquerung der Auffahrten zu ermöglichen. Nichtsdestotrotz war diese Strecke äußerst stressig und zerrte stark an unseren Nerven. Nebenbei brannte die südfranzösische Sonne selbstverständlich fröhlich weiter.

Nach kurzer Rast an einem Autowaschstand, an dem Sascha sich am Wasserstaub erfreute, ging es unverwüstlich weiter Richtung Ziel. Dieses war nun in greifbarer Nähe. Wir wussten, dass nur noch ein “Montagne” unseren Blick nach Marseille verhinderte. Diesen anzugehen verlangte selbst Ivo mit dem gelben Trikot alles ab. Saschas und Sylvanas Akkus röchelten aus dem letzten Loch. Nur Jenny erfreute sich über eine wundersame und megaunlogische Aufladung ihres Akkus durch die steile Anfahrt. Untenrum. Endlich oben angekommen traf uns der Schlag. Der Anblick unseres Ziels war überwältigend. Wir rasteten ca. eine halbe Stunde, schossen Bilder und blickten immer wieder auf den Hafen und die Skyline der einstigen Ganovenhochburg. Für die Abfahrt (im wahrsten Sinne) wechselten wir noch einmal unsere Akkus.

Auf der Suche nach einem Ortseingangsschild fuhren wir nochmal eineinhalb Stunden durch die Vororte Marseilles. Eine zehnköpfige Gruppe junger Männer beobachtete unsere langsame Fahrt auf einer der Hauptverkehrspunkte und begannen aus heiterem Himmel zu klatschen. Unsere müden Gesichter strahlten vor Freude.

Die Fahrt endete bei Sonnenuntergang. Wir waren zu diesem Zeitpunkt 9 Stunden unterwegs und 65km gefahren. Die anstrengendste und bedeutungsvollste Etappe der Tour war vorüber. Leider ohne ein Ortseingangsschild zu Gesicht zu bekommen, da diese erst zum Zentrum hin aufgestellt wurden. Nichtsdestotrotz überwog der Stolz vor der Enttäuschung. Wir luden alles in die Autos ein und trafen uns mit den Wohnmobilfahrern am Yachthafen. Dort wurde gefeiert mit einem Essen in einem anliegenden Restaurant.

Müde, satt und glücklich fuhren wir auf unseren Campingplatz. Wir erreichten ihn um 2 Uhr nachts (!!!).

Der nächste Tag begann sehr früh- um halb acht. Ein Empfang der APF (Association des Paralysés de France) war das lang ersehnte Terminhighlight. Sie luden uns zu einem Frühstück mit anschließendem Gesprächsaustausch, einem Mittagessen und einer Stadtführung ein. Ohne unseren Sprachexperten Tommi wäre eine Kommunikation nahezu unmöglich gewesen und wir hätten die stark anderen Lebensbedingungen Behinderter in Frankreich nie erfahren. Wir haben interessante und liebe Leute kennengelernt, die uns viel aus ihrem Leben erzählten.

Unsere Gastgeber nahmen geschlossen am Sightseeing mit uns Teil (ungeachtet des anstrengenden Transports und der unzähligen Male, die sie diese Anblicke bereits genossen). Die Cathedrale Notre Dame über der Stadt bescherte uns wiederum einmalige Erinneurngen. Die einmalige Sicht über Marseille ermöglichte uns sogar eine kleine Rekapitulation unseres Reiseweges. Angesichts der weiten Strecke alleine der letzten Etappe waren wir beeindruckt.

Nach der Stadtführung verabschiedeten wir die APF-Leute und vollführten ein Ritual von für uns hoher Bedeutung. Wir pflanzten im Park de Campagne ein schönes Olivenbäumchen. Ein bewegender Moment und ein tolles Gefühl, denn dieser Baum ist für unseren Freund Martin. Er ist diesen Weg mit uns gegangen und so wie wir angekommen.

Wir danken Saschas Oma, die den Kontakt zum deutschen Generalkonsulat in Marseille ermöglicht hat und natürlich Frau Tuemer, die stellvertretend für das Generalkonsulat für uns da war und uns an allen Ecken und Enden unterstützte. Nicht zuletzt erreichte sie, dass wir die eben erwähnte Mini-Zeremonie durchführen konnten. Wir danken dem APF für ihre Gastfreundlichkeit und ihre Gedult mit unserem Französisch. :-) Außerdem danken wir der Marseiller Gendarmerie, dass sie unsere Fahrzeuge, die DIREKT am Yachthafen parkten, nicht abgeschleppt haben.

… es folgen 3Tage Erholung und Land und Leute kennenlernen…

5 Antworten auf “14. Etape Salon de Provence- Marseille”

  1. Franzi schreibt:

    hallo ihr lieben!

    habe gerade zufällig einen beitrag über eure tour bei “menschen-das magazin” auf zdf gesehen.
    hier der direkt link: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/828042?inPopup=true

    habe meine ganze familie zusammengeschrien und gesagt: macht schnell zdf an! macht zdf an! meine freunde sind im fernsehen!
    sind alle begeistert von eurer idee und eurer leistung. war schön euch alle mal wiederzusehen.
    glückwunsch für eure erreichten ziele und die besten wünsche von mir und meiner beeindruckten familie :-)

    Franzi

  2. saschas tante ;-) schreibt:

    GLÜCKWUNSCH UND HOCHACHTUNG! wir sind beeindruckt von eurem mut, eurer ausdauer und eurer kraft. eine riesiges dankeschön an all eure unterstützer förderer und vor allem an die tourbegleiter.
    ALLES WAS MAN ÜBER DAS LEBEN LERNEN KANN, IST IN DREI WORTE ZU FASSEN: ES GEHT WEITER!
    viele grüße
    die katja

  3. Dr. Evil schreibt:

    Gratulation! Mission erfüllt… Erholt euch noch gut!

    Bis bald!
    Euer böser Nachbar

  4. Hanna schreibt:

    Ihr seid die Besten!!!

    Bin sehr gespannt auf eure Fotos und Erzählungen!

    Bis nächste Woche und erholt euch gut!

    Hanna

  5. Danie schreibt:

    Einfach nur Super!!! auch von mir herzlichen Glückwunsch und Hochachtung das Ihr euer Ziel so erfolgreich bestritten habt. ganz liebe Grüße
    Danie

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